V. Kongreß der KI

Erklärung zu den Taktik-Thesen

Die Linke der italienischen Delegation hat einen Thesenentwurf zur Taktik ausgearbeitet, gemäß jenen Richtlinien, für die die italienische Linke hinsichtlich der Taktik stets eingetreten ist.

Trotzdem wird sie für den Entwurf Sinowjews stimmen, der sich im Vergleich zu den Resolutionen des IV. Kongresses jetzt stärker den von uns vertretenen Positionen angenähert hat.

Wir stimmen dem größten Teil des Entwurfs voll und ganz zu. Unsere Vorbehalte beziehen sich nur auf bestimmte Formulierungen in den Abschnitten zur Einheitsfront und zur Parole der „Arbeiterregierung“ sowie auf einige andere, sekundäre Punkte.

Auch die Formulierungen gegen die fälschlicherweise sogenannten „linken Abweichungen“ können wir annehmen, denn sie haben mit den von der italienischen Linken tatsächlich vertretenen Ansichten nichts gemein.[1]

Wir wollen uns mit unserem Votum nicht nur diszipliniert verhalten, sondern dadurch auch loyal und entschieden gegen die tendenziösen Übertreibungen hinsichtlich der Meinungsverschiedenheiten zwischen uns und der Mehrheit der Internationale protestieren.

Quellen:

Protokoll des V. Weltkongresses der Kommunistischen Internationale, S. 1011/12; Hamburg, 1924.

„V Congresso dell’IC – Dichiarazione di voto sulla tattica“.

 


[1] In den beschlossenen Taktik-Thesen des V. Kongresses der KI heißt es unter „VII. Klarstellung der ‚ultralinken‘ Tendenzen“: „Die ‚ultralinken‘ Tendenzen fanden ferner ihren Ausdruck in der ‚prinzipiellen‘ Verwerfung der Taktik des Manövrierens als solcher, insbesondere auch in der Verständnislosigkeit für die Taktik der Einheitsfront, der Ablehnung ihrer praktischen Durchführung, oder in Versuchen, die Taktik der Einheitsfront nur für das wirtschaftliche, nicht aber auch für das politische Gebiet gelten zu lassen und ähnliches mehr.“ Obwohl auf dem V. Kongress formal eine Linkswendung vollzogen wurde, setzte er faktisch die opportunistische Schaukelpolitik fort.